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Ferndiagnose Umwerfend gut!
Geschrieben von Siebenlist am Mittwoch, 26. Juni 2013

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Chormusik und Comedy: Freigerichter Männerkammerchor Delicaton bietet in Gelnhausen beste Unterhaltung

FREIGERICHT/GELNHAUSEN. Eine erblondete Heidi Klum bringt die Männer auf die richtige Spur. "Nicht so laut", piepst sie als Jurorin von »Deutschland sucht den Superstar“ als Empfehlung dem gerade aufgetretenen Männerchor entgegen. Der Chor hat beim Casting die "Minnesänger" von Robert Schumann böse in den Sand setzt. "Mehr Haltung" fordert der Klum-Klon von den Akteuren zudem ein.
Lästermaul Dieter Bohlen grantelt, das alles höre sich eher nach "Mini-Sänger“ denn nach Minnesänger an. Doch die Männer bekommen noch eine weitere Chance und steigern sich derart, dass der Dritte im Bunde der Juroren, Bruce Darnell ("Ich bin so gerührt"), sich wieder einmal ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln reiben muss.
Wer hier dann doch die DSDS-Jury und ein vor Vergnügen johlendes Publikum mit einer perfekten Version der "Minnesänger" überzeugen kann, ist der Freigerichter Männerkammerchor Delicaton mit seinem Somborner Dirigenten Matthias Schmitt. Nun ist in der Chorszene wohl bekannt, dass Schmitt mit seinem Ensemble eindrucksvoll und erfolgreich zu musizieren versteht. Internationale Auszeichnungen belegen die Qualitat des Chores, dessen 25 Sänger aus Ostheim, Usenborn, Ommersbach. Altenmittlau und vor allem aus Somborn und Bernbach stammen. Dieses Wissen wurde am Samstag und Sonntag an zwei Abenden in der Stadthalle Gelnhausen erweitert.

Lafer und Lichter labern bei Lanz

Es verbietet sich nämlich, beim Programm "Ferndiagnose - Die Sache ist Ernst“ lediglich von einem "Konzertabend" zu sprechen. Es verbietet sich, weil Schmitts Männer nicht nur hervorragende Sänger, sondem auch bemerkenswert gute Komödianten sind. Wenn Lafer und Lichter bei Lanz über Lauch labern, wenn Astro-Fee Maike (Delicaton-Chef Raphael Trageser) nach dem Kartenlesen ihrem Anrufer einen "Urlaub ohne Handschellen" verspricht, wenn "Loddar Maddäus" in "Waldis Club" dem "Dreggsagg" Jürgen Klopp eröffnet, dass er, Loddar, wenn er denn Bayern-Trainer gewesen wäre, sich niemals hätte zweimal die Schale klauen lassen und er außerdem bei der WM 90 mehr Frauen als Andi Brehme beglückte, dann ist das beste Unterhaltung auf dem Niveau der Satiresendung "Switch reloaded“.
Bei diesem herrlichen Streifzug durch die Niederungen der deutschen Fernsehunterhaltung nutzt Schmitt (als "Wissenschaftler" in einer "Quarks und Co"-Parodie selbst umwerfend komisch) die Chance, viele Facetten seines Chores herauszuarbeiten. Es ist ein kunterbuntes Sammelsurium, das er auf die Bühne bringt. Gesungen werden eigene Texte, eigene Lieder, Hits aus der Welt des Pop und nicht zuletzt sensibel interpretiert, Lieder aus der Romanflk. Gut die Hälfte der Sänger überzeugt an beiden Abenden mit solistischen Auftritten.

Ein stimmiges Ganzes

Matthias Schmitt fügt die Teile mit sicherer Hand zu einem farbenprächtigen Mosaik zusammen. Die Chormusik und die komödiantischen Einlagen vereint er mit seinen Könnern zu einem stimmigen Ganzen. Kann so die Zukunft des Chorgesangs aussehen?

Ferndiagnose: Ja unbedingt!

Bericht aus dem Main-Echo vom 25.06.2013
 

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