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Romantische Akzente gesetzt
Geschrieben von Siebenlist am Freitag, 03. April 2015

Presseberichte
Stimmungsvoller Auftakt der "Congress-Park-Sinfonie" mit regionalen Chören

Hanau. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem über die Region hinaus bekannten Publikumsmagnet entwickelt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen punktlich zu Beginn der Reihe „Congress Park Sinfonie“ mit der Neuen Philharmonie Frankfurt mehr als 50 Prozent der 710 Plätze im CPH von Abonnenten besetzt sind. Auch beim Auftaktkonzert zum diesjährigen Motto „Stimmungen“ hatte der künstlerische Leiter der Neuen Philharmonie Frankfurt, Dr. Ralph Philipp Ziegler. wieder für einen harmonischen Konsens bekannter Werke mit großen und kleinen Entdeckungen aus der Feder berühmter und weniger berühmter Komponisten gesorgt. Naturstimmungen prägten das erste Sinfoniekonzert unter dem eifahren-kraftvollen Dirigat von Steven Lloyd Gonzalez mit Stücken von Dvorák, Mendelssohn-Bartholdy, Schubert, Jung und Beethoven, bereichert durch den Gesang des Freigerichter Männer-Kammerchores „Delicaton“ und des Kammerchores der Marienschule Offenbach. Wie gewohnt hatte Ziegler Interessierte eine Stunde vor Konzertbeginn zu einer Einführung in die Werke des Konzertabends eingeladen, der viele Besucher gerne Folge leisteten. Antonin Dvorák ist berühmt kompositorisches Handwerks und seinen folkloristischen Ton was ihm den Titel „Böhmischer Brahms“ eintrug denn er schaffte es, die ästhetischen Ideale seines acht Jahre älteren deutschen Kollegen mit volkstümlichen Klängen zu verbinden. Nachdem er ursprünglich nach seiner Bläserserenade und den Slawischen Tänzen eine weitere Serenade schreiben wollte. entschied er sich jedoch für eine Suite die tschechische Volkstänze enthielt, welche dem Werk bei der Uraufführung 1879 in Prag seinen Namen gaben. 

Die Neue Philharmonie Frankfurt begeisterte gleich am Anfang der D-Dur-Suite op39 mit dem pastoral anmutenden Preludio, das eine magische Idylle entfaltet als  Vorgeschmack auf die, anschließende Tanzfolge, eine beschwingt unf gleichzeitigt leicht melancholische Polka.


ln der darauf folgenden Sousedská e ein Gevattertanz“ im Charakter eines Ländlers wird wieder mit einem einzigen Thema gespielt, das zahlreiche Wandlungen durchläut Das Finale bildete den furiosen Schlusspunkt dieses bezaubernden Werkes, stimmungsvoll und professionell durch das Orchester in Szene gesetzt.

Mit dem wohl bekanntesten Lied für Mannerchöre  „Der Jäger Abschied“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy - hatte der mehrfach ausgezeichnete und exzellente Kammer-Männerchor „Delicaton Freigericht“ seinen Auftritt unter Leitung von Matthias Schmitt, der beim folgenden Werk, Franz Schuberts „Gesang der Geister“ vom Dirigenten Gonzalez abgelöst wurde, da hier auch die Streicher zum Einsatz kamen und das getragene Stück in seiner Schwermut unterstrichen. Anschließend gehörte die Aufmerksamkeit des Publikums zwei Werken des vielschichtigen Komponisten Albert Jung(1899 bis 1970), zu dem Ziegler genrade eine Biografie beim Hanauer CoCon-Verlag veröffentlicht hat. Jung hatte seinerzeit etliche Jahre in Bad Orb gelebt und gewirkt

 

Bei Variationen für Horn und Streicher uberzeugte Hornist Harald Pister als Solist, bevor die sogenannte „Heimatlied-Kantate“ mit Streichorchester, Männerchor und dem Kammerchor der Marienschule Offenbach erklang. Nach der Pause durften sich die Gäste dann an Beethovens Sinfonie Nr 4 B-Dur erfreuen, einer „griechisch schlanken Maid zwischen zwei Nordlandriesen“, wie sie Robert Schumann beschrieb. Denn Beethoven hatte die Komposition im Jahr 1806 zwischen die Arbeit an der monumentalen „Eroica“ und seiner Fünften, der „Schicksals-Sinfonie“ eingeschoben. Nichtsdestotrotz schätzten die Komponisten der Romantik diese Komposition, Mendelssohn beispielsweise debütierte mit dieser Sinfonie als Dirigent äußerst erfolgreich in Leipzig, Musikalische Gegensätze geben der Vierten ihren unverwechselbaren Charakter, den die Neue Philharmonie mit ihrem Spiel perfekt herauszustellen vermochten - ein gelungener Start in die Congress Park Sinfonie-Saison.  

 

Artikel aus dem Hanauer Anzeiger vom 01.04.2015

 

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