Login
  Deutsch Deutsch
Lesezeit ca. 4 Minuten
Überragende Männer-Musik
Geschrieben von Siebenlist am Mittwoch, 25. März 2015

Presseberichte
DelicaTon konzertiert mit der Neuen Philharmonie Frankfurt in Offenbach

F r e i g e r i c h t /Of f e n - b a c h (hjh). Der Freigerichter Männerkammerchor DelicaTon unter der Leitung von Matthias Schmitt kann seinen vielfältigen Konzertaktivitäten einen weiteren, bestens gelungenen Auftritt hinzufügen. Erstmals konzertierten sie zusammen mit der Neuen Philharmonie Frankfurt, einem Frauenchor und mit Solisten. Das Ganze in einem tollen Ambiente, dem Capitol in Offenbach. Beim Konzertraum in Offenbach handelt es sich um eine ehemalige Synagoge, die spätestens mit der Aufzeichnung des Jahresrückblicks des Comedian Urban Priol bundesweite Bekanntheit erlangte.

Die von den Sängern um Matthias Schmitt bei den Generalproben erstmals gespürte Akustik, die Anordnung der Besucherränge in Logen und Saal und das gesamte Ambiente motivierte die Akteure zu besonderen Leistungen und mündete in ein stark beachtetes Konzert am vergangenen Sonntag.


Moderator Dr. Ralph Philipp Ziegler, der als künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie für die Zusammenstellung und Vorbereitung des Konzerts zuständig war, gab den Dirigentenstab an diesem Tag an Steven Lloyd Gonzalez ab. Ziegler wusste nicht nur zum Übertitel des Konzerts „Männer-Musik“, sondern auch zu den Vortragsstücken stets Besonderheiten zu berichten. Neben dem Orchester und den Freigerichter Sängern war auch Brigitte Rudin mit ihrem Kammerchor der Marienschule Offenbach Protagonist des Konzerts.

Die Neue Philharmonie startete orchestral mit zwei Werken von John Williams und Robbie Williams in den wohlklingenden Abend. Anschließend stieg Bariton-Solist Patrick Ruyters ins Programm ein. Er studierte Gesang in Straßburg und Düsseldorf, zuletzt bei Prof. Konrad Jarnot. Künstlerische Anregungen erhielt er auch bei den von ihm besuchten Meisterkursen, unter anderem mit Tom Krause, Grace Bumbry und Siegfried Jerusalem. Konzertreisen führten etwa nach Japan, in den Senegal und nach Polen.Steven Lloyd Gonzales ist ständiger Gastdirigent der Neuen Philharmonie. Nicht nur in seiner Heimat Großbritannien gilt er als stilistisch sehr vielfältig. Dort dirigierte er verschiedene Orchester – darunter das berühmte London Philharmonic Orchestra. Mit den Dirigenten-Ikonen Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle und Sir Malcolm Arnold nahm Gonzales zahlreiche Tonträger auf – darunter auch fulminante Interpretationen avantgardistischer Filmmusik.

Gonzalez präsentierte in Offenbach zu Beginn „Superman March“ von John Williams und „Let Me Entertain You“ von Robbie Williams – unterstützt von Solist Patrick Ruyters. Danach brillierte DelicaTon mit einem Stück der A-cappella- Formation „Basta“. Beim Stück „Lauch“, bei dem es um die wichtigen Themen des Lebens geht, wusste Christoph Huth mit einem tollen Solopart zu überzeugen. Von Felix Mendelssohn Bartholdy stammte das danach interpretierte und weithin bekannte „Der Jäger Abschied“. Mit dem „Automotive Brass“, einer Melodie, die zur Vorstellung neuer Automodelle verwendet und die als Uraufführung dargeboten wurde, setzte die Neue Philharmonie Frankfurt wieder ein. Vor einer kurzen Pause kamen zwei kurze Werke aus der Orff’schen Carmina Burana zu Gehör. Das „Ego sum abbas“ gab Bariton Patrick Ruyters, begleitet von DelicaTon, hervorragend auf die Bühne. Beim „In Taberna“ stand dann gesanglich DelicaTon im Vordergrund, den musikalischen Grundton lieferten die Philharmoniker.

Nach dem Vorspiel zum Dritten Akt von „Die Meistersinger von Nürnberg“ aus der Feder von Richard Wagner mit dem Monolog „Wahn, Wahn, überall Wahn“, mit dem die Philharmoniker den zweiten Teil eröffneten, griff dann auch der Kammerchor der Marienschule Offenbach unter der Leitung von Brigitte Rudin ins Geschehen ein. Aus „Sechs Monologe aus Jedermann“ gaben die Sänger „Ach Gott, wie graust mir vor dem Tode“, ehe die Philharmonie dann Variationen für Horn und Streichorchester op. 4 von Albert Jung vorstellte. Die Variationen stammen aus einer Bearbeitung des Quintetts für Horn und Streichquartett von Marco Jovic.

Zum Abschluss des herausragenden Konzertabends boten die Männer, um Matthias Schmitt am Dirigentenpult, eine Uraufführung der Heimatlied- Kantate „Im schönsten Wiesengrunde“. Diese fantastische Variante hat wahrlich mit der bekannten Vertonung, die bei vielen Männerchören zum Repertoire gehört, nicht mehr viel zu tun. Der Tonsetzer schuf eine völlig neue Komposition, die von DelicaTon wunderbar umgesetzt wurde. Ein überragender Schlusspunkt einer einzigartigen Veranstaltung.

Dr. Ralph Philipp Ziegler hatte durch seine Moderation nicht nur für witzige und lockere Übergänge gesorgt, sondern durch eine Flut von Informationen aus der Neuen Philharmonie und den Vortragsstücken einen ganz wesentlichen Anteil am überaus positiven Gesamtbild des Konzertes, das den Auftakt einer Zusammenarbeit zwischen DelicaTon und der Philharmonie bildete, die am Samstag, 28. März, im Congress Park Hanau ihre Fortsetzung findet. In Hanau sind unter anderem Werke von Antonin Dvorák, Albert Jung, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert zu hören. Beginn ist um 19.30 Uhr. Dem großen Dankeschön an die Akteure der „Männer- Musik“ im Offenbacher Capitol folgten lockere „Afterglow- Partys“ an verschiedenen Orten.

Artikel aus der Gelnhäuser Neuen Zeitung vom 24.03.2015

 

Diesen Artikel weiter empfehlen:


 

(c) DelicaTon Freigericht e.V. | Impressum | Startseite